Wissen und Gefühle mit Musik vermitteln

Im Umfeld des Schloss Gottesaue fanden sich im Frühjahr 2012 Absolventen der Hochschule für Musik Karlsruhe zusammen, um ein erstes gemeinsames Konzert als eine „Camerata Armonia“ – eine harmonische Gemeinschaft – zu gestalten. Unter der Leitung von Arman Tigranyan wuchsen die Musiker aus aller Welt zu einem Orchester – der „Camerata Armonia“ – zusammen. Dabei überwanden die Musiker nicht nur ihre eigenen kulturellen Grenzen, sondern konnten ein gemeinsames Ziel ausformulieren: Sowohl das Wissen um klassische Musik als auch die besondere, in ihr ruhende Sprache der Empfindungen zu vermitteln. Weder das Bewahren noch das Vermitteln sollte dabei jedoch die Überhand bei der Gestaltung von Musik gewinnen, um sie einerseits vor dem Konservieren und andererseits einer bloßen Zurschaustellung zu behüten. Das musikalische Werk, das war den Musikern von Anbeginn bewusst, steht in einer lebendigen Tradition, von der niemand ausgeschlossen werden darf.

 

camerata armonia
camerata armonia
camerata armonia

 

 

... weniger Kult, mehr Ehrlichkeit ...

Es hat ein Wandel in die Konzertlandschaft Einzug gehalten, den die „Camerata Armonia“ begrüßt und mitgestalten will. Immer stärker wird auf musikpädagogische Ansätze Wert gelegt, um die Schranken zwischen Klangkörper und Zuhörer kleiner werden zu lassen. Die Musiker verstehen die Bedürfnisse von sowohl versierten als auch noch unerfahrenen Hörern klassischer Musik. Daher werden die Konzertprogramme bewusst so gestaltet, dass sie sowohl eine Gelegenheit zum empfindenden Wahrnehmen als auch zum kritischen Nachdenken über das Gehörte bieten. So lädt sie die „Camerata Armonia“ ein, sich selbst ein Urteil zu bilden und zusammen mit ihr Genuss und Freude an klassischer Musik zu teilen.

 

 

... neue Wege ...

Klassische Musik ist nicht allein Vergangenheit, die im Augenblick des Konzertes zur Gegenwart wird. Konzepte und Ideale, Motive und Formen dieser Klangkunst spielen auf vielfache Weise auch in der zeitgenössischen Musik eine besondere Rolle. Die zum Teil starke Intimität des Klanges, aber auch das expressive Moment durch Geräusche scheinen dabei alles vom Musiker und Zuhörer gleichermaßen abzuverlangen. Im Bewusstsein der für manchen ungewohnten, ja sogar abgelehnten Formen zeitgenössischer Kompositionen, arbeitet die „Camerata Armonia“ mit Komponisten zeitgenössischer Musik zusammen. Aktiv wirbt sie um das Vertrauen des Zuhörers, damit dieser sich ohne den Grundverdacht der Beliebigkeit in der Klangwelt unseres Jahrtausends zurechtfinden kann.

… unterhaltend und ernst!

Die Unterteilung aktueller Musik in E-(rnster) und U-(nterhaltender) Musik erschließt sich uns nicht. Bei einem Divertimento (ital.: Vergnügen) darf sich die Miene erhellen – es wird ja geradezu eingeladen, sich zu erfreuen und zu genießen. Daher möchten wir Sie herzlich dazu einladen, zusammen mit uns die gesamte Gefühlsspanne klassischer Musik zu erforschen und zu erleben.